Mittwoch, 9. Juni 2010

Einleitung

Wenn man Hochzeit, Nasen-OP und Examensklausuren hinter sich hat, dann braucht man Urlaub. Dumm nur, wenn man ihn nicht direkt nehmen kann, weil es im Referendariat ja schließlich weitergeht und man mit der Wahlstation beginnt. Da es einen Umzug nach Berlin zu organisieren gab, war daher frühestens Mitte Juni 2010 besagter Urlaub möglich. Da Mercedes noch nie in der Türkei war und ich bei meiner Türkei-Rundreise mit Rucksack und Zelt mehr als beeindruckt von Kappadokien war, fiel die Entscheidung eindeutig aus: Ab in die Türkei.

Geplant war ein kurzer Aufenthalt in Istanbul und ein Weiterflug nach Kayseri, von wo aus eine gute Woche Urlaub in Göreme angetreten werden sollte. Entgegen meinem Talent, aus Urlauben Abenteuer zu machen, da Theorie und Praxis des Reiseplans nicht übereinstimmen, ging alles genau so vonstatten, wie es auch geplant war, eine Langeweile, die man sich auch mal gönnen darf.

Dieser Blog soll einen Einblick in unsere Reise und vor allen Dingen die schöne Landschaft Kappadokiens bringen, sowie Hinweise für die eigene Reise geben.

Zum Start vielleicht ein paar Hinweise zu Kappadokien als Reiseziel im Allgemeinen:

1. Kappadokien ist mittlerweile als Urlaubsziel so bekannt, dass die bekannten Discounter Rundreisen unter dem Label "Kappadokien" anbieten. Beachten muss man aber, dass diese Reisen in der Regel nur zum Teil durch Kappadokien gehen. ALDI-Süd bietet zum Beispiel eine 11-tägige Reise an, die ganze 2 Tage in Kappadokien Station macht. Bezeichnend ist, dass am dritten Tag eine "Übernachtung bei Kappadokien" angekündigt wird; Kappadokien ist kein Ort, sondern eine Region!

2. Kappadokien kann man nur genießen, wenn man dort eine gewisse Zeit verbringt, um von Göreme, Ürgüp oder Uchisar Wanderungen durch die zahlreichen Täler zu machen. Eine individuelle Planung ist daher unseres Erachtens nach wesentlich sinnvoller, als eine Pauschalreise, die sich auf das Anfahren von Aussichtspunkten beschränkt.

3. Innerhalb der Türkei wird Kappadokien über die Flughäfen von Kayseri und Nevsehir angeflogen, ist aber auch über das hervorragende Überlandbus-System praktisch von überall aus mit dem Reisebus zu erreichen.

4. Kappadokien ist nicht billig! Wer glaubt, mit ein paar Euros am Tag wie ein König leben zu können, der ist völlig schief gewickelt. Man kann sicherlich für knapp 10 Euro pro Nacht in einem Gemeinschaftsschlafsaal verbringen und für 2 Euro einen Döner bekommen, "richtiges" Essen, gute Hotelzimmer, Eintritte und Tagestouren sind damit jedoch nicht zu bewältigen.